Anliegen der Dörfer stärker berücksichtigen

Kürzlich trafen sich die Freudenberger Grünen mit der Bürgerinitiative für den Erhalt des Ischeroth in der Löw-Kurve zwischen Wilhelmshöhe und Bühl. Von dort geht man nur zwanzig Meter in den Wald. Dann ginge es laut aktuellem Denkmodell steil 35 bis 40 Meter herauf bis zum höchsten Punkt. Uns stellt sich die Frage, wie die Böschung gehalten werden soll. Wenn es ein Unwetter mit Starkregen gibt, wie soll da die Böschung gehalten werden? Solange die Böschung noch nicht befestigt und begrünt ist, ist die Situation gefährlich. Der höchste Punkt läge auf 420 Meter, auf Höhe des gelben Pillers der Post. Mit den im Gewerbegebiet zu bauenden Hallen würde man die Höhe der Wohnbebauung „Auf der Heide“ erreichen.

Von den Gemarkungen Bühl und Büschergrund wurden unserer Ansicht nach schon genügend Flächen für Gewerbe hergegeben. Wir erinnern in diesem Zusammenhang an die Wahlkampfaussage unserer Bürgermeisterin: „Anliegen der Dörfer stärker berücksichtigen – Wir wohnen gerne in einem Dorf, schätzen die Natur, die gute Nachbarschaft und den Zusammenhalt. Ob Plittershagen, Mausbach, Alchen oder Niederndorf – unsere Ortsteile haben so viele Stärken, so viel zu bieten und doch einige Herausforderungen zu stemmen. Aber werden die Stimmen der Dörfer wirklich gehört?

„Das Denkmodell der Stadtverwaltung entspricht nicht dem, was mit den Waldgenossenschaften besprochen wurde. Dies sollten die Haubergsvorsteher klarstellen, findet Friedhelm Höfer. Ein Vorteil des neuen Modells ist, dass das Gebiet nicht mehr so hoch hinausragt. Dafür ist es jedoch leider in Richtung Bühl gerückt. Was bleibt, ist das unheimlich schlechte Verhältnis von Landschaftsverbrauch und Flächengewinn. Wir sehen hier einen riesigen Aufwand, um gerade einmal 8 ha zu erschließen, die halbwegs strack sind. „Das ist aufgrund der topographischen Gegebenheiten nicht sinnvoll“, sagt Christian Hombach. „Die Bürger der Stadt müssen sehen, was sie geben müssen, was sie verlieren und was sie dafür gewinnen: Ein paar Arbeitsplätze, die genauso gut in der näheren Umgebung, z. B. in Hünsborn unterkommen. Doch was geben sie alles dafür auf?“, so Rolf Kolb.

Es erstaunt uns, dass andere Standorte seinerzeit aufgrund fehlender Größe verworfen wurden und jetzt das Denkmodell für den Ischeroth mit deutlich weniger Nutzfläche immer noch der Favorit der Stadt ist. Hinzu kommt, dass das Denkmodell offenbar mehr als nur ein Modell ist, denn auf seiner Basis wurde bereits die weitere Planung vom Fachausschuss und vom Rat beschlossen.

Christiane Berlin meint: „Es muss noch andere Möglichkeiten für die Stadt geben, Gewerbesteuer einzunehmen. Im Tourismus z. B. schlummert noch Potenzial.“ Thomas Löw ergänzt: „Bustouristen besichtigen die Altstadt in 30 Minuten. Danach haben sie kaum Anlaufmöglichkeiten und verschwinden daher oft direkt wieder im Bus. Auch der sanfte Tourismus bietet hier Möglichkeiten. Wir sollten unsere Wälder vermarkten, statt sie abzuholzen. Wanderer und Radfahrer stehen bereit. Was wir ihnen bieten könnten, wären z. B. eine Hütte mit Gastronomie oder ein Aussichtsturm auf dem Ischeroth.

Was die anzusiedelnden Branchen im Gewerbegebiet Wilhelmshöhe-Nord angeht, wiederholen wir: Die Stadt hat keinen Einfluss auf die Branchen. Der Investor wird die Flächen an denjenigen verkaufen, der interessiert ist. Eine Selektion ist da nicht möglich.

Die Auswirkungen des neuen Modells, z. B. auf Hof Löw, gehen aus den Plänen nicht hervor und müssen daher in die Diskussion eingebracht werden.

Was den angeblichen Bedarf an Gewerbeflächen angeht, fordern wir die Verwaltung auf, dem Fachausschuss vorzulegen, wie sich der Bedarf errechnet. Zudem sollte sich der Ausschuss vor Ort ein Bild von der Planung machen und hierzu die Bürgerinitiative einbinden.

In der Diskussion richteten wir den Blick (rein beispielhaft und nicht gezielt) auf eine mögliche Erweiterung des Gewerbegebietes Wilhelmshöhe-West in Richtung Süden und zitierten hierzu die Gewerbegebietsuntersuchung der Stadt Freudenberg: „Die aufgezeigten positiven Rahmenbedingungen hinsichtlich der Erschließung werden durch das Vorhandensein der Splitterbebauung Am Höhwald stark eingeschränkt. Sollte eine Lösung hinsichtlich der Akzeptanz für das Gebiet bzw. die Planerweiterung Wilhelmshöhe-West bei den Bewohnern und Eigentümern der drei Wohngebäude gewonnen werden, so sähe dies deutlich anders aus. Dann könnte das Gebiet flächenmäßig über die bisher gewählte Darstellung an die Gebäude herangeführt werden und die Aufwendungen für Terrassierung und Erschließung wären dann deutlich günstiger zu bewerten.“ Quelle: https://www.bezreg-arnsberg.nrw.de/themen/r/regionalrat_arnsberg/tagesordnungen/2014/14_12_03/top_07_a.pdf, Seite 174. Wir meinen: Was für die Lindenberger Bewohner „Am Höhwald“ gilt, muss auch für Bühl und Hof Löw gelten.

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