Wahlprogramm der Freudenberger Bündnis-Grünen zur Kommunalwahl 2020



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Gastronomiekonzept
Freudenberg, insbesondere der Alte Flecken, ist ein Tourismusmagnet. Gerade für die vielen Tagestouristen, die den Flecken und den Kurpark besuchen, benötigt die Stadt eine ansprechende Gastronomie. Doch auch die Einheimischen vermissen zunehmend eine ausreichende Versorgung mit Restaurants, Cafés und Kneipen im Flecken und in den Ortschaften. Wir fordern daher ein Gastronomiekonzept. Den Betreibern der Gastwirtschaften müssen Anreize gegeben werden, sich in Freudenberg niederzulassen und ihre Öffnungszeiten entsprechend anzupassen, so dass Besuchergruppen versorgt werden können.

Tourismuskonzept
Freudenberg gehört als Tourismusstandort weiterentwickelt. Hier geht es um das Herausstellen und Verknüpfen unserer Attraktionen, wie z. B. die Altstadt, die Freilichtbühne, das Technikmuseum und die schönen Wander- und Radwege rund um unsere Stadt. Alle Beteiligten sollten Hand in Hand arbeiten, koordiniert vom Tourismusmanagement der Stadtverwaltung. Unsere Besucher aus nah und fern müssen das Gefühl bekommen, dass Freudenberg sich auf sie freut und gut vorbereitet ist.

Erhaltung der Natur
Seit nunmehr 10 Jahren wird über die Zukunft des Ischeroth diskutiert. Wir wollen hier einen Schlussstrich ziehen und den Hausberg der Bühler und Büschergrunder dauerhaft erhalten. Er ist ein wichtiges Naherholungsgebiet und kann als solches auch für sanften Tourismus erschlossen werden. Hierfür setzen wir uns ein.
Wir wollen die Artenvielfalt erhalten, denn auch unsere Existenz hängt davon ab. Insekten benötigen ausreichend unbewirtschaftete Grünflächen, um zu überleben. Insbesondere wünschen wir uns eine engere Zusammenarbeit der Verwaltung mit Umweltschutzverbänden.

Müllvermeidung
Der Gebrauch von Einwegverpackungen und Einweggeschirr muss entschieden zurückgedrängt werden. Wir haben hierzu bereits städtische Haushaltsmittel für ein Geschirrspülmobil reservieren lassen. Bei Veranstaltungen soll der Mehrweggedanke hiermit hervorgehoben werden, um einen Bewusstseinswandel herbeizuführen. In städtischen Gebäuden soll künftig auf Einwegverpackungen verzichtet werden.

Energiewende
Die Zukunft gehört den Erneuerbaren Energieträgern und den Energiesparern. Neben den Windrädern gehört hier die Photovoltaik zu einem bislang vernachlässigten Mittel der Stromerzeugung. Wir wollen auf öffentlichen Gebäuden mit gutem Beispiel vorangehen. Für Privathaushalte und Firmen soll proaktiv eine Energieberatung angeboten werden, auch bezüglich des Baus und der Sanierung von Gebäuden.

Mobilität
Die Bahnhofstraße in Freudenberg ist mit zunehmendem Verkehr zu einem Nadelöhr geworden. Hier braucht es einen Mix an Maßnahmen, um die Situation zu entschärfen. Im Bau- und Verkehrsausschuss haben wir zusammen mit den anderen Fraktionen intelligente Ampelschaltungen und die Einrichtung von Kreiseln beschlossen. Wir denken aber auch an Anreize, das Auto stehen zu lassen oder miteinander zu teilen.

Ein übergreifendes Mobilitätskonzept, das alle Verkehrsmittel gleichermaßen berücksichtigt, fehlt in Freudenberg. So sind die Ortschaften oftmals nur durch Kreisstraßen miteinander verbunden, bei denen der Radverkehr nicht eingeplant ist. Wir wollen unsere Ortschaften auch per Fahrrad gut erreichbar machen.

Bildung
Von der U3-Betreuung bis zum Abitur sollen Freudenberger Kinder und Jugendliche die Freudenberger Stadtgrenzen nicht überqueren müssen, weil das Freudenberger Bildungsangebot überzeugt! Angefangen bei den Kindergärten mit ausreichend Betreuungsplätzen von der „normalen“ KiTa bis zum Waldkindergarten, über Grundschulen in möglichst vielen Ortsteilen bis zur Gesamtschule mit gemeinsamem Lernen für alle soll das Freudenberger Betreuungs- und Bildungsangebot attraktiv für Familien sein. Dafür setzen wir uns ein!

Dazu gehört auch die inklusive Bildung an einer gut ausgestatteten Gesamtschule Freudenberg. Durch gute Förderangebote und eine gute sozialpädagogische Begleitung müssen alle Schülerinnen und Schüler mitgenommen werden. Auch die neue gymnasiale Oberstufe muss weiter an Attraktivität gewinnen, z. B. durch ein Abitur mit Schwerpunkt Technik und als Vorreiteroberstufe in Sachen Digitalisierung.

Wir begleiten und unterstützen die Freudenberger Bildungseinrichtungen durch unsere kompetente und aktive Arbeit im Fachausschuss.
Unsere Schulen und deren Infrastruktur wollen wir erhalten und ausbauen. Sie sind gerade in den Ortschaften ein elementarer Bestandteil des Dorflebens und werden entsprechend vielfältig genutzt.

Kultur und Sport
Für die Ehrenamtlichen in den Vereinen muss die Stadt ein verlässlicher Partner sein. Dies gilt für die Nutzung öffentlicher Gebäude, wie z. B. Turnhallen ebenso wie für die Sportplätze. Ehrenamtliches Engagement muss dahingehend gefördert werden, dass bei der Umsetzung von Projekten die Stadtverwaltung und der Bauhof mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Die Stadtbücherei wollen wir zu einem Ort der Begegnung machen, so dass Bildung erlebbar wird. Hierzu gehören Veranstaltungen ebenso wie eine Öffnung am Wochenende.

Feuerwehr
Die Bürgerinnen und Bürger können sich auf die Menschen in den Feuerwehren und den anerkannten Hilfsorganisationen verlassen – und das jeden Tag. Gerade in den Dörfern ist die ehrenamtliche Struktur der Feuerwehr unverzichtbares Element der Gefahrenabwehr. Darüber hinaus ist dieses bürgerschaftliche Engagement ein hohes Gut und für das gesellschaftliche Miteinander von hoher Bedeutung. Technische Veränderungen und Neuerungen erfordern gerade in Dörfern oftmals strukturelle und organisatorische Infrastrukturmaßnahmen im Bereich des Feuerschutzwesens; dies betrifft insbesondere den Neubau bzw. die Erhaltung von Feuerwehrhäusern. Das Arbeitsmedizinische Zentrum Siegen führte in einer Untersuchung aus, dass das Gerätehaus in Alchen das „Sorgenkind“ darstellt. Aus diesem Bericht geht eindeutig hervor, dass die Beseitigung der wesentlichen Mängel am Standort Alchen einen Neubau erforderlich macht. Rat und Verwaltung müssen hier endlich ihrer Verantwortung für die Kameradinnen und Kameraden gerecht werden!

Digitalisierung
Alle Freudenberger Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger sollen die Chancen der Digitalisierung auch im ländlichen Raum nutzen können, deshalb setzen wir uns für einen weiteren Ausbau von Breitband- und Glasfaseranschlüssen in Freudenberg ein. Es darf keine „weißen Flecken“ geben. Jeder Haushalt braucht eine zeitgemäße Internetanbindung.

Auch städtische Angebote sollen künftig vermehrt online angeboten werden.
Nicht zuletzt die Corona-Krise hat gezeigt, wie wichtig die Möglichkeiten des digitalen Lernens an den Grundschulen und weiterführenden Schulen in Freudenberg sind. Wir möchten, dass die Mittel aus dem Digitalpakt und weitere finanzielle Mittel wirklich bei den Schulen und Schüler*innen ankommen. Die Stadt muss weiter sinnvoll in den Ausbau und die Administration der digitalen Infrastruktur, aber auch in eine gute Ausstattung mit Computern, Tablets und Software investieren, damit nachhaltiges zukunftsträchtiges Lernen an allen Freudenberger Schulen ermöglicht wird.

Straßenausbau
In Freudenberg treffen vielerorts baulich anspruchsvolle Straßenausbaumaßnahmen auf wenige Anwohnerinnen und Anwohner, welche dann hohe finanzielle Lasten schultern sollen. Diese führen im Extremfall zum finanziellen Ruin. Wir setzen uns weiterhin für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge nach KAG im Land NRW ein und fordern gleichzeitig, dass Freudenberger Bürgerinnen und Bürger soweit es irgendwie von kommunaler Seite möglich ist, entlastet werden. Wir wollen lieber einen langfristig durch kommunale Steuern und Abgaben finanzierten Straßenausbau als einen Straßenausbau, der betroffenen Haushalten fünfstellige Beträge auf einen Schlag abverlangt. Anwohnerbeiträge müssen auf ein Minimum reduziert werden!

Leitbild
Freudenberg hat sich auf unseren Antrag hin ein Leitbild gegeben. Unter Beteiligung der Bürgerschaft und des Rates wurden die Ziele erarbeitet, die sich unsere Stadt für die nächsten Jahrzehnte setzt. Es gilt nun, die getroffenen Maßnahmen auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen und das Leitbild sinnvoll zu erweitern. Weiterhin wollen wir die Bürger*innen am Leitbildprozess und somit an Freudenbergs Entwicklung beteiligen.

Wirtschaftsförderung
Freudenberg ist ein attraktiver Ort zum Leben und Arbeiten. Der Dreiklang aus Wohnen, Tourismus und Industrie ist in unserer Stadt ausgewogen – noch. Ein Gewerbegebiet am Ischeroth würde dieses Gleichgewicht empfindlich stören. Wir treten daher für eine Stadtentwicklung mit Augenmaß ein. Das Flächenrecycling hat Vorrang vor dem Erschließen neuer Industrieflächen. Große neue Gewerbegebiete wie z. B. Wilhelmshöhe-Nord lehnen wir strikt ab.

Wir sehen großes Potenzial in der Vernetzung Freudenberger Unternehmen untereinander und mit der Stadtverwaltung. Aus Gesprächen können sich Perspektiven und gemeinsame Vorhaben ergeben, um Freudenberg weiter voran zu bringen.

Finanzen
Freudenberg hat in den letzten 10 Jahren die Pro-Kopf-Verschuldung um über 40 % reduzieren können. Wir setzen uns weiterhin für Haushaltsdisziplin und nachhaltiges Wirtschaften ein. Darüber hinaus wünschen wir uns mehr Transparenz über die Zusammensetzung des städtischen Haushalts. Zum einen soll seine Orientierung am Leitbild deutlich werden. Zum anderen sollen die Bürger*innen einen verständlichen Haushaltsplan vorfinden, der eine breite Beteiligung ermöglicht.

Hier können Sie nachlesen, für welche Themen wir uns in letzter Zeit im Rat und in den Ausschüssen eingesetzt haben: Aktiv im Rat

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